Touren-Regeln für Gruppenfahrten

Das Fahren in der Gruppe erfordert wesentlich mehr Disziplin, als wenn man alleine oder zu zweit unterwegs ist. Deshalb ist es unerlässlich, dass Regeln befolgt werden, um eine sichere Ausfahrt zu gewährleisten.

Diese "Regeln" sind kein ultimatives "Muss" erleichtern aber, wenn sich jeder dran hält, die Organisation ungemein und keiner ärgert sich. Daher wäre es schön wenn sich jeder dran hält.

1. Überholen

Grundsätzlich ist ein Überholen innerhalb der Gruppe zu unterlassen. Ausgenommen davon ist, wenn der Vordermann seinen Hintermann eindeutig zum Vorbeifahren auffordert. Nach jeder Pause kann sich die Gruppe neu formieren. Beim Anhalten hinter dem Vordermann bleiben und nicht auf dem Parkplatz vor- beifahren, weil man eine Parkbucht erspäht hat, der Vordermann aber schon rangieren möchte!

2. Abbiegen, jeder achtet auf seinen Vorder- und seinen Hintermann

Jeder Vordermann ist für seinen unmittelbaren Hintermann verantwortlich. Nicht auf Gedeih und Verderb dem Vordermann hinterherhetzen - jeder achtet im Rückspiegel ob der Hintermann noch da ist, so geht man nicht verloren.

Wird abgezweigt, hat der Vordermann zu warten, bis der/die nachfolgende Fahrer/ in eindeutig sieht, wo weitergefahren wird.

2.1. Wo fährt der vorherige hin und ist der hintere noch da?

Merkt man, daß der Hintermann den Anschluss verliert, macht man sich nach vorne hin bemerkbar (Lichthupe, Schreien, Winken, kurz Hupen - je nach dem was am erfolgversprechendsten ist) und wartet evtl.auf den Hintermann an der nächsten übersichtlichen Stelle (nicht mitten auf der Straße den ganzen Verkehr aufhalten, Parkbuchten oder Seitenstreifen suchen!).

2.2 Sieht man seinen Vordermann vielleicht doch nicht mehr, so gilt:

Dem Hauptstraßenverlauf folgen! An der nächsten Abbiegung steht der Vorausfahrende blinkend an der Ecke und wartet, um deutlich zu machen: Hier wird abgebogen.

Auch wenn sich eine Tour mal auseinanderzieht, ist damit gewährleistet, dass keiner kreuz und quer fährt.

3. Geschwindigkeit, nicht rasen!

Üblicherweise ist es so, dass die langsameren Fahrer/ innen unmittelbar hinter dem Tourguide fahren. Da sich aber Langsamere erfahrungsgemäß etwas vom Hintermann bedrängt fühlen, ist es in Absprache sinnvoll, dass die Langsameren auch hinten fahren, um ihr eigenes Tempo selbst zu bestimmen. Hier ist allerdings besondere Rücksicht der Vorderleute gefordert, damit die hinten Fahrenden immer wieder aufschließen können.

Bitte nicht irgendwo noch irgendwie dazwischendrängeln oder durch Reifenquietschen und "die Sau rauslassen" Passanten, andere Verkehrsteilnehmer erschrecken. Immer dran denken: "Wir sind die Guten... die Netten!

Keiner muss schneller fahren, als er möchte! Sind die anderen schneller, ordnet man sich am Schluss der Gruppe ein.

Nichts ist schlimmer, als die eigenen Kräfte zu überschätzen oder auszureizen und in der Leitplanke zu hängen.

Roadster ist nicht gleich Roadster - dass der Vordermann schnell um die Kurve kam, heißt nicht, dass der eigene Wagen genauso auf der Straße liegt.

4. StVO

Bei allen Touren fährt jeder auf eigenes Risiko und eigene Gefahr. Der vorausfahrende Tourguide ist in jeder Hinsicht von jeder Verantwortung freizusprechen, die die nachfahrende Gruppe betreffen.

Der Tourguide sollte allerdings bedenken, dass die zuletzt Fahrenden eine wesentlich höhere Geschwindigkeit fahren müssen, als die Vorausfahrenden, um den Anschluss zu halten. Daher ist es wichtig, innerhalb geschlossener Ortschaften eher etwas langsamer zu fahren, um das Zusammenbleiben der Gruppe zu gewährleisten. Ganz wichtig auch: Nicht Sperren!

Hilfreich gemeint, um den Konvoi zusammenzuhalten, kann das eine ganze Menge Ärger verursachen. Spätestens wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer dem Roadster reinfährt.

Die Tour ist keine genehmigungspflichtige Veranstaltung mit festgelegter Strecke, sondern eine Art "Sternfahrt" mit gemeinsamem Tourabschluss, bei der man keinen Anspruch auf "Zusammenbleiben" hat. An der nächsten Abbiege wird gewartet, es gibt also keinen Grund für Sperraktionen.

5. Pausen

Nicht nur für die Raucher unter uns sind Pausen nach ca. 50 - 60 km (auf kleine Landstraßen) oder nach ca. 200 km (auf Autobahnen) empfehlenswert.

6. Tankstopps

Die Tankpausen sollten grundsätzlich vom denen mit dem kleinsten Tank bestimmt werden.

Der Start sollte in jedem Fall mit vollem Tank erfolgen. Wer weniger Pausen macht, fährt mehr!

7. Mehrtagestouren

Bei Touren, die weiter weg führen, ist es empfehlenswert, wenn der Tourguide einen einfachen Ablaufplan mit den wichtigsten Stationen (Hotelname, Adresse usw.) und der Streckenführung austeilt. Auch die Handynummern aller Mitfahrer sollten ausgetauscht worden sein.

8. Autobahnfahrten

Der Hintermann sollte seinen Vordermann im Spiegel sehen können, dann funktioniert das auch umgekehrt. 

Bei hohem Verkehrsaufkommen hat es sich bewährt, wenn der Schlussmann den Überholvorgang einleitet, und so der gesamten Gruppe ermöglicht auf die linke Fahrspur zu wechseln. Es lässt sich aber trotzdem nicht vermeiden, dass sich immer wieder andere Autofahrer zwischen die Gruppe zwängen.

9. Bei einem Unfall

Unfallstelle nach beiden Seiten ca 200 Schritt weit weg mit dem Warndreieck absichern.

Zeugen bleiben beim Unfall mit bei, der Rest sollte schauen dass er die Straße räumt und außer Sichtweite kommt. Bei der Unfallaufnahme macht es sich einfach nicht so gut, wenn 15 Fahrzeuge noch drumrumstehen.

Klären, wo man sich "danach" wieder trifft. Einer fährt mit den "Übriggebliebenen" dann weiter. Zeugen und Ersthelfer, falls nötig, bleiben bei den Verbeulten.

10. Offen Ansprechen

Irgendwelche Anregungen, Wünsche oder Kritik bitte unverzüglich beim nächsten Halt ansprechen. Es hat keiner etwas davon, wenn man mit einem dicken Hals hinterherfährt und Fruststau entstehen lässt.

Viel Spaß und allways blue sky Frank